Ali Shan Oolong: Warum Tee aus 1.200 Metern Höhe anders schmeckt - Formosa Leafs

Ali Shan Oolong: Warum Tee aus 1.200 Metern Höhe anders schmeckt

Manche Oolongs schmecken warm und röstig. Und dann gibt es Tees wie den Ali Shan Oolong – hell, blumig und weich wie Butter. Der Unterschied entsteht nicht erst in der Teefabrik. Er beginnt am Berg.

Was Hochlandtee überhaupt heißt

Ali Shan ist eine Bergregion im Landkreis Chiayi im Süden Taiwans. Unsere Blätter wachsen dort auf 1.000 bis 1.200 Metern Höhe.

Tee aus solchen Lagen nennt man Hochlandtee oder Gaoshan . Das ist keine Werbevokabel, sondern eine feste Schwelle: Als Hochlandtee gilt in Taiwan, was oberhalb von 1.000 Metern über dem Meer wächst. Darunter beginnt anderes Gebiet – der Dong Ding aus Lugu etwa wächst auf 600 bis 750 Metern und gilt trotz seines Rufs nicht als Gaoshan.

Wie jeder Oolong wird auch der Ali Shan nur teilweise oxidiert. Was das genau bedeutet, erklären wir in einem eigenen Beitrag: Was ist eigentlich Oolong?

Warum die Höhe im Glas ankommt

Die kühlere Luft lässt die Blätter langsamer wachsen. Das ist die kurze Antwort. Die längere ist interessanter.

Eine Teepflanze bildet in der Wurzel Aminosäuren, allen voran Theanin – der Stoff, der für die weiche, leicht süßliche Seite im Geschmack sorgt. Im Blatt baut die Pflanze diese Aminosäuren unter Lichteinfluss nach und nach zu Gerbstoffen um. Gerbstoffe sind das, was einen Tee herb und adstringierend macht.

In der Höhe passiert dieser Umbau langsamer. Es ist kühler, und der Nebel, der in Ali Shan häufig durch die Hänge zieht, dämpft das Licht wie ein natürlicher Schattenspender. Am Ende bleibt mehr von der süßen Seite im Blatt und weniger von der herben.

Genau das schmeckt man: ein feines, florales Aroma, ein buttrig weiches Mundgefühl und eine leise natürliche Süße im Nachklang – statt kräftiger Würze.

Qing Xin: der Kultivar dahinter

Höhe allein macht noch keinen Ali Shan. Dazu kommt die Pflanzensorte.

Ein Kultivar ist eine gezielt ausgewählte Teepflanzen-Sorte, ähnlich wie eine Apfelsorte. Unser Ali Shan ist ein Qing Xin, auf Deutsch etwa "grünes Herz" – der klassische Kultivar für taiwanesischen Hochlandtee und der Grund für die blumige Feinheit, die Kenner an diesen Tees schätzen.

Einfach zu bewirtschaften ist er nicht. Qing Xin wächst langsam, ist anfällig für Krankheiten und bringt weniger Ertrag als robustere Sorten. Das ist einer der Gründe, warum Hochlandtee mehr kostet: weniger Blätter pro Strauch, in schwierigerem Gelände geerntet.

Warum Hochlandtee kaum geröstet wird

Nachgeröstet wird Hochland Oolong eher weniger. Das ist kein Zufall und keine Sparmaßnahme.

Die Röstung erzeugt ihre Aromen aus Zuckern und Aminosäuren im Blatt. Sie verbraucht dabei genau die Stoffe, für die man die Höhenlage überhaupt bezahlt. Dazu kommt: Röstnoten sind kräftig und legen sich über die feinen Blütenaromen.

Man kann einen Hochlandtee also durchaus rösten – nur verschenkt man damit seinen Charakter. Deshalb bleibt guter Gaoshan hell, und deshalb ist der geröstete Dong Ding ein völlig anderer Tee, obwohl beide aus Taiwan kommen und beide Oolong sind.

Langsameres Wachstum gleich weniger Ernten

In der Höhe wächst weniger, also wird auch seltener geerntet. Während im Flachland über das Jahr mehrfach (ca. 4-8 mal) gepflückt wird, gibt es in Hochlagen oft nur 2-4 Ernten.

Dazu kommt, wie gepflückt wird. Unsere Ali Shan Charge ist von Hand geerntet. Eine Maschine schneidet alles auf einer Höhe ab, Hände nehmen gezielt die jungen Triebe – und lassen liegen, was noch nicht so weit ist. In steilem Gelände ist das ohnehin oft die einzige Möglichkeit, aber es ist eben auch der Grund, warum die Blätter im Beutel so gleichmäßig aussehen.

So holst du das Beste heraus

  1. Menge: ca. 6–7 g auf 250 ml Wasser.
  2. Wassertemperatur: 90 °C.
  3. Ziehzeit: 2–3 Minuten.
  4. Aufgüsse: Gieß die Blätter mehrfach auf. Ein Aufguss ist ein Durchgang beim Teekochen – guter Oolong gibt über mehrere Durchgänge immer wieder neue Nuancen ab.

Für wen ist der Ali Shan?

Für alle, die es hell und zart mögen – und für Einsteiger, die Oolong ohne röstige Noten kennenlernen wollen. Kenner finden hier die Feinheit, die nur Höhenlagen hervorbringen. Wer noch einen Schritt davor steht, fährt mit dem Four Seasons als Einstieg gut.

Unser Ali Shan kommt direkt von einem lokalen Teeproduzenten in Taiwan, enthält keine Zusätze und ist nicht aromatisiert. Mehr braucht ein guter Hochlandtee auch nicht.

Probier dich doch mal durch unsere Hochland-Oolongs – und schreib uns gern, wenn du Fragen zur Zubereitung hast.

Quellen

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